Normalerweise reicht es, folgendes zu sichern:
Das setzt aber voraus, daß wirklich sämtliche Konfigrationsdateien in und unterhalb von `/etc' liegen (Debian tuts), daß alle Installationen von selbst kompilierter Software und nicht in Paketform gelieferter Software in und unterhalb von /usr/local und /opt liegen (da mußt Du selbst aufpassen), und natürlich daß es eine Möglichkeit gibt, die Paketliste wieder automatisiert zurückzuinstallieren, und zwar möglichst schnell und einfach (ist bei Debian der Fall, mittels dpkg --get-selections und dpkg --set-selections und anschließendem apt-get dselect-upgrade).
Ansonsten kann man natürlich, genug Platz vorausgesetzt, auch einfach das gesamte System sichern. Außer einer Möglichkeit zu booten, die Platten ggf. neu zu partitionieren, und auf das Backup-Gerät zuzugreifen (nicht lachen: so selbstverständlich scheint das gar nicht zu sein), braucht man nichts weiter zu beachten -- Linux besitzt keine "versteckten Systemdateien" oder so etwas ähnliches. Und diese Features bietet meistens die Distributions-CD, wenn nicht, bastelt man sich eine Bootdiskette mit der `Bootdisk-HOWTO'.
Ich benutze für solche Aktivitäten tar und gzip, bzw. mittlerweile tar und bzip2. Ein Komplettbackup des gesamten Systems auf DAT-Tape geht mit
tar cvj --exclude=/proc --exclude=/dev --exclude=/tmp /
('j' komprimiert mit bzip2), man sollte aber vorher u.U. ein init S machen, d.h. auf singleuser ohne Netzwerk runterfahren, damit so wenig wie möglich Dienste während des Backups laufen. Dann muß man sich noch Gedanken machen, wie man ein Linux wieder booten kann, wenn der Plattencrash passiert ist -- oft reicht die Boot-CD der jeweiligen Distribution, aber nicht immer ist dort auch der passende Code für das gerade benutzte Tape dabei.
Am besten einmal ein Backup fahren, von der CD booten und mittels (nst0 = Tape-Device)
TAPE=/dev/nst0; tar tvj
aber vorher natürlich sicherstellen, daß `tar' und `bzip2' auf einem bootfähigen Rettungsmedium zur Verfügung stehen. Und natürlich die Partitionen entsprechend anordnen. Man kann auch innerhalb des Rettungssystems die zukünftige `root' Partition z.B. unter /mnt mounten, alle anderen Partitionen dann, wie gewünscht, darunter. Die Partitionierung ist im Prinzip beliebig (sie muß nicht unbedingt mit der vorherigen übereinstimmen), man sollte aber darauf achten, daß auf den neu erstellten Partitionen genug Platz ist, für die jeweiligen geplanten Mountpoints. (i.e. ein `/var' von 10 MB ist selten sinnvoll...)
Uwe_Wolfram@2:2453/30.205> schrieb dazu auch noch wasWie kann ich unter Linux bestimmte Files und die ganze Partition so sichern, das ich nachher einzelne Files aus einem Backup wiederherstellen kann? Geht das mit tar? Und wie kann ich dann auf dem Band (SCSI-Dat) sehen, welche Files dort schon angelegt wurden? Wieso kann ich nicht mit xtar auf das Band zugreifen? Fragen ueber Fragen.... ;-/
Versuchs mit dump (habe doch vor kurzem erst darueber geschrieben *&%$). Alle Zugriffsrechte, Zeiten, Links und sonst alles Notwendige werden gesichert.
dump 0f /dev/st0 /mountpoint # sichert eine Partition
dump 0f /dev/st0 # sichert einzelne Filescd /mnt ; restore rf /dev/st0 # stellt eine Partition wieder her
cd /mnt ; restore if /dev/st0 # stellt einzelne Files per interaktivem Eingriff wieder her
Zu weiteren Optionen siehe "man dump" und "man restore" (ggfs. vorher installieren)...
Wenn man eine Liste von Dateien haben will, die gesichert wurden, und mittels dieser Liste dann `schnell' einzelne Dateien restaurieren will (d.h. aus 2GB innerhalb von 1-2 Minuten, nicht einer Stunde), sollte man sich einmal `dds2tar' anschauen. Das ist eine Erweiterung für `tar', welche eine Indexdatei erzeugt und beim restore das Band `schnell' an die richtige(n) Stelle(n) spulen kann. `tar' selbst kann das von Haus aus normalerweise nicht.
Wer eine hübsche, simple GUI für das Tape-Backup haben will, und ein DAT Tape hat, kann sich ruhig mal `kdat' angucken. Das Programm für das K Desktop Environment (KDE) erzeugt Standard-tar Archive auf dem Tape, diese lassen sich also auch ohne ein laufendes KDE wieder restaurieren. Und es erlaubt ein Restore von einzelnen Dateien, erzeugt Index-Dateien und ist nett zu bedienen.