Muss das überhaupt sein?

Nein.

In 99% aller Fälle musst du dich um den Kernel in deinem Linux-System nicht mehr kümmern, genausowenig wie du dich im Regelfall um das BIOS selber kümmern musst (neu flashen usw). Alle Distributionen liefern heute Systeme mit, die auf so gut wie jeder Hardware einwandfrei funktionieren.

Gründe, es doch zu tun, gibt es, aber man sollte sich wirklich kritisch fragen, ob man dazu gehört.

Reine Anwender haben das absolut nicht mehr nötig.


Wie?

Einfach
cd /usr/src/linux ; make menuconfig dep zlilo modules modules_install
oder (zum Klicken)
cd /usr/src/linux ; make xconfig dep zlilo modules modules_install

Debian-Linux Benutzer haben es einfacher: Die tippen

apt-get install kernel-package; cd /usr/src/linux ; make-kpkg --bzimage binary-arch

und erhalten ein .deb-Paket, welches den Kernel automatisch installiert, den Bootmanager aktualisiert, und sich ggf. automatisch um Abhängigkeiten kümmert (z.B. benötigen einige Kernel der 2.4.x Reihe, je nach Konfiguration, das Paket devfsd für die Verwaltung des /dev Verzeichnisbaumes).

Wenn du mehr wissen willst: KernelKompilierenDetails.

Probleme? KernelKompilierenFehler.

Das erste Mal könnte es etwas länger dauern, bis man ein Menü bekommt, denn das Konfigurationsprogramm für den Kernel muss natürlich auch erst kompiliert werden. Falls man eine Fehlermeldung bekommt, fehlen Entwicklerpakete - den Compiler gcc, die Curses-Bibliotheken ncurses5 und den Assembler bin86 bzw. asm86 sollte man mindestens installiert haben.

Aber ACHTUNG - man kann dadurch das System so verbiegen, daß es nicht mehr bootet. Also, tu sowas nur wenn du weisst was du tust und auf dem Rechner keine kritischen Daten liegen! Genausowenig wie man auf einem Windows-Rechner mit wichtigen Daten in der Registry oder "boot.ini" o.ä. rumfrickelt, sollte man auf einem anderen Produktionsrechner experimentieren.

-- JensBenecke