X ist im Grund noch keine Oberfläche, sondern war ursprünglich nur als eine Möglichkeit gedacht, mehrere Text-Terminals (von mehreren Rechnern, ggf.) standardisiert auf einen Bildschirm zu bekommen.
TROTZDEM ist X weder "fett" noch "überlastet", der einzige der überlastet ist ist das X Consortium, nämlich mit unaufgeräumtem Code. Die Prinzipien die hinter X stecken sind immer noch aktuell und sehr gut zu benutzen, nur muß sich jemand finden der sie auch benutzt, und vernünftig effizient programmiert. Und da der gesamte X Quellcode mittlerweile etwa fünf mal so groß ist wie ein Linux-Grundsystem (nicht nur der Kernel. :), und die Anzahl Entwickler die an X mitarbeiten LANGE nicht fünfmal so viele sind wie die Anzahl Linux-Kernel-Hacker, und die Anzahl der zu unterstützenden Grafikhardware einfach astronomisch ist (Pro Grafikkarten-Firma so 50 Chipsätze), ist das halt etwas schwierig.
Soviel zur Theorie. Man braucht also zusätzlich zu dem "Grafik-Server" eine Oberfläche, die erstens die ganzen Fenster mit Rahmen versieht und das Verschieben/Größe-ändern/.. zuläßt (das ist die primäre Aufgabe von einem Fenstermanager), und dann noch vielleicht ein paar Menüs zaubert, die einem das Aufrufen von Applikationen erleichtern. Natürlich kann man auch alle Programme aus einem xterm heraus aufrufen, aber Knöpfchen drücken macht halt mehr Spaß. :)
In aller Munde und bei einigen Distributionen als Standard voreingestellt, ist zur Zeit der relativ neue KDE (K Desktop Environment), siehe dazu auch die KDE-Artikel (KdeDesktop). Grafisch am aufwendigsten, Windows am ähnlichsten, von einigen Leuten einfach als schön empfunden und auch bisher am benutzerfreundlichsten, was Konfiguration angeht. Wenn dein System reichlich mit Hauptspeicher versorgt ist (also mindestens 64MB) und Du eine schnelle Festplatte hast, dann viel Spass mit KDE. Weiteres zu KDE gibts bei
http://www.kde.org/.
Wie könnte ich es lassen, dazu auch das komplett unter der GNU Public Licence gehaltene Gegenstück GNOME zu erwähnen? ;) Wobei man noch erwähnen sollte, daß KDE und GNome keineswegs "Widersacher" sind, sie sind lediglich zwei Projekte, die ein ähnliches Ziel verfolgen, sich aber in einigen Details halt nicht einig sind. Aber da sich die Entwickler relativ einig sind, was Protokolle und Kompatibilität zueinander angeht, werden diese beiden Desktop-Systeme wohl kaum die Linux-Gemeinde in zwei Lager spalten.
Wer etwas Gnome-spezifisches loswerden möchte, klicke bitte auf ?GnomeDesktop, die Hompeage des Projektes gibt es hier:
http://www.gnome.org/
Es gibt viele Alternativen, vor allem für die, die keinen vollständigen Desktop brauchen, sondern nur ein paar Menüs zum Programme starten. z.B. fvwm: Ist nicht übermäßig bunt, hat im Grunde alles was man sich wünscht und die Arbeit geht flott von der Hand -- auch auf Systemen mit weniger Speicher. Auf meinem System startet X und fvwm2 inkl. Iconbar und Menü in knapp drei Sekunden, KDE braucht schon seine zehn. :)
http://www.enlightenment.org/ )
http://www.themes.org/ )
http://www.windowmaker.org/ )
http://www.xfce.org/ )